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Bhagavadgita.

Publié le 06/12/2021

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Bhagavadgita. Das Lied der Gottheit - Anthologie.
Die Bhagavadgita wurde in Europa relativ früh bekannt. Bereits 1785 erschien eine englische Übersetzung. 1823 übersetzte sie August Wilhelm von Schlegel, der auch der
erste deutsche Indologe war, ins Lateinische. Die hier vorliegende Übersetzung, 1870 erstmals erschienen, stammt von dem Erfurter Realgymnasiallehrer Robert Boxberger
(1836-1890). Der Textausschnitt gibt fast den gesamten fünften Gesang wieder. Es ist der Beginn einer langen Antwort Krischnas auf Ardschunas Frage, wie er sein Leben
angesichts des Widerspruchs von kontemplativ-entsagenden und aktiv-handelnden Lebensmöglichkeiten führen solle.

Bhagavadgita. Das Lied der Gottheit
Krischna
2. Entsagung zwar und Tätigkeit,
Sie führen beide wohl zum Heil,
Doch wird vor dem Entsagenden
Dem Tätigen der Preis zuteil.
3. Wer nicht begehrt und wer nicht haßt,
Übt wahrhaft die Enthaltsamkeit,
Entrückt jedwedem Gegensatz
Er von der Bindung sich befreit.
4. ,Vernunft' (Sankhya) und ,Andacht' (Yoga) sondern sich,
Kein Weiser spricht so, nur ein Kind.
Wenn eins von beiden man erlangt,
Man aller beiden Frucht gewinnt.
5. Gleich stehen, wer der ,Andacht' sich
Und wer sich der ,Vernunft' befleißt,
Wer nur e i n Ziel in beiden sieht,
O Freund, der sieht mit hellem Geist.
6. Doch ohne Andachtübung wird
Nur schwer erlangt Enthaltsamkeit;
Wer ,Andacht' übt zum Werkverzicht,
Geht ein zum Brahm in kurzer Zeit.
7. Den, der der ,Andacht' sich geweiht,
Sein ganzes Selbst geläutert hat
Und aller Wesen Sein umfaßt,
Befleckt nicht mehr beim Tun die Tat.
8. ,,Ich handle nicht", der Yogi denkt,
Der fest in der Erkenntnis steht;
So oft er sieht, hört, fühlt und riecht,
So oft er ißt, schläft, atmet, geht,
9. So oft er losläßt oder faßt,
Die Augen öffnet oder schließt.
,,Ein Sinn wirkt in der Sinnenwelt":
So denkt, wer Wahrheit sich erkiest,
10. Wer all sein Handeln stellt auf's Brahm
Und zähmt der Leidenschaften Wut,
Der bleibt von Sünde unbefleckt
Wie Lotusblätter von der Flut.
11. Nur mit den Sinnen und dem Leib,
Nur mit ,Vernunft' und mit ,Verstand'
Betätigen die Yogis sich,
Die alle Selbstsucht längst verbannt.
12. Wer andachtsvoll nach Lohn nicht strebt,
Der geht zum höchsten Frieden ein,
Wer andachtslos nach Früchten sucht,
Kann sich vom Karma nicht befrein.
13. Der Tat entsagend, thront der Geist
In der neuntor'gen Leibesstadt,
Er handelt nicht und läßt auch nicht
Vollbringen irgendeine Tat.
14. Der Weltgeist schuf nicht Täterschaft
Noch Werk noch eines Werkes Lohn;
Es steht die eigene Natur
Stets wirkend in der Taten Fron.
15. Der All-durchdringende nimmt Schuld
Und auch Verdienst von keinem an,
Der Wahn umhüllt des Wissens Licht
Und zieht die Welt in seinen Bann.
16. Doch wem Erkenntnis wird zuteil,
Die allen Irrtum von sich weist,
Dem offenbart sie sonnengleich
Den ewigen, den höchsten Geist.
17. Ihn kennend, ihm mit Herz und Sinn
Ergeben, nur von ihm bewegt,
Erlangt er Nimmerwiederkehr,
Und seine Schuld ist weggefegt.
18. Der Priester, den das Wissen ziert,
Der Elefant, das heil'ge Rind,
Ein Hund und selbst ein Auswürfling,
Dem Weisen sie das Gleiche sind.

19. Die ganze Welt erobern sich,
Die überall das Gleiche sehn,
,,Das Ewige bleibt stets sich gleich",
So denkend sie im Brahma stehn.
20. Es jubelt nicht und klagt auch nicht,
Ob Glück, ob Unglück ihn ereilt,
Wer unbeirrt das Brahm erkennt
Und immerdar im Ew'gen weilt.
21. Wen nicht berührt die Außenwelt,
Wer klug sich hält von ihr zurück,
Wer in das Brahma sich versenkt,
Der findet in sich selbst das Glück.
22. Denn der Genuß der Sinnenwelt,
O Ardschuna, gebiert den Schmerz.
Was anfängt und zu Ende geht,
Erfreut niemals des Weisen Herz.
23. Wer noch, wenn er im Körper weilt,
Die Aufregung besiegen kann,
Die ihm aus Gier und Zorn entsteht,
Der ist ein wahrhaft froher Mann.
24. Wer ganz erfüllt von Glück und Licht
Schon hier in diesem Lebenslauf
In Wirklichkeit zum Brahma wird,
Der löst sich in das Brahma auf.
25. Im Brahm verweh'n die Weisen einst,
Befreit von aller Sünde Macht,
Von Zweifel rein, bezähmten Sinns,
Auf aller Wesen Wohl bedacht.
26. Geläutert von Begier und Zorn,
Enthaltsam mit beherrschtem Sinn,
Verlöschen sie im Ewigen
Zu unvergänglichem Gewinn.
27. Dem äußern Sinneseindruck fern,
Mit starrem, unverwandtem Blick,
Den Atem durch der Nase Spalt
Bald vorwärtsstoßend, bald zurück,
28. Wer Sinne, ,Herz', ,Vernunft' beherrscht,
Von Gier, Furcht, Zorn sich hat befreit
Und einzig die Erlösung sucht,
Der ist erlöst für alle Zeit.
29. Wer mich erkennt als Herrn der Welt,
Als Freund von allem, was da lebt,
Dem Opfer und Askese gilt -
Zur höchsten Ruhe sich erhebt.

Helmuth von Glasenapp (Hg.): Bhagavadgita - Das Lied der Gottheit. Übersetzt von Robert Boxberger. Stuttgart 1955, S. 44ff.
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