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Zaubern 1 EINLEITUNG Zaubern, nach heutigem Verständnis die Kunst, mit Tricks zu unterhalten, die scheinbar die Naturgesetze außer Kraft treten lassen.

Publié le 06/12/2021

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Zaubern
1

EINLEITUNG

Zaubern, nach heutigem Verständnis die Kunst, mit Tricks zu unterhalten, die scheinbar die Naturgesetze außer Kraft treten lassen. Der Zauberer als Unterhaltungskünstler
hat eine lange Tradition in Jahrmärkten, Varietés, Zirkusveranstaltungen und Ähnlichem. Dabei verläßt er sich auf das (heute in der Regel augenzwinkernde) Einverständnis
mit dem Publikum, das die Illusion bewusst aufrechterhalten will. In der Mythologie und vielen ursprünglichen Religionen spielen hingegen ,,echte" Zauberer, die mit
magischen Kräften ausgestattet erscheinen und schicksalhaft eingreifen, eine wichtige Rolle. Der Glaube an Zauberei (und verwandte Erscheinungen wie Aberglaube,
Wahrsagerei, Alchimistentum und übersinnliche, z. B. teuflische Einflüsse) beeinflusste in zurückliegenden Jahrhunderten nicht selten politische Entscheidungen und führte
sogar zu hysterischen Phänomenen wie den Hexenprozessen des Mittelalters.
Der Täuschung durch Zauberer liegen psychologische Prinzipien zugrunde; sie arbeiten mit manipulierenden und mechanischen Methoden. Zu den psychologischen
Prinzipien gehören Irreführung, Beeinflussung, Nachahmung und Verheimlichung. Die Zuschauer sehen nicht alles, was geschieht. Sie glauben jedoch, Dinge zu sehen, die
tatsächlich nicht geschehen. Diese fehlerhafte Wahrnehmung führt zu falschen Annahmen, einer trügerischen Logik und schließlich zu der Folgerung, der Zauberer habe
etwas Unmögliches vollbracht. Es gilt innerhalb der magischen Zirkel, in denen sich viele Zauberer organisiert haben, als Ehrensache, zumindest die guten Zaubertricks
nicht zu verraten. Eine Reihe einfacher Tricks oder auch Vorrichtungen ist jedoch mittlerweile allgemein zugänglich.
Das Repertoire umfasst in der Regel bestimmte Grundformen: Fingerkunststücke (d. h. Täuschung durch Geschicklichkeit der Hände) bestehen aus bestimmten Handlungen,
die nicht wahrgenommen werden, weil sie verborgen geschehen, oder die falsch gedeutet werden, weil sie eine harmlose, natürliche Bewegung vortäuschen. Bei den
schwierigeren Tricks benutzt der Zauberer keine Zusatzgeräte, sondern nur seine Fingerfertigkeit. Bei den mechanischen Methoden kommen entweder getarnte Geräte zum
Einsatz, die der Zuschauer nicht als solche erkennt, oder Geräte, die nicht zu sehen sind. Mit Zusatzgeräten werden Tricks vorgeführt, in denen Gegenstände erscheinen,
verschwinden, sich verändern, in der Luft schweben, Beschädigungen überstehen oder feste Materie durchdringen.
Manche Zauberer täuschen vor, sie könnten Gedanken lesen, hellsehen und in die Zukunft blicken (siehe Parapsychologie). In diesen Zusammenhang gehören auch
Kartenkunststücke und das Finden verborgener Gegenstände.

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GESCHICHTE

Aus den ältesten schriftlichen Aufzeichnungen lässt sich schließen, dass wahrscheinlich schon immer zwischen Zauberern unterschieden worden ist, die unterhalten, und
Medizinmännern, die behaupten, ihre Zaubersprüche könnten die Natur und das menschliche Schicksal beherrschen. Die ersten Zauberer der bekannten Geschichte
stammten aus dem antiken Ägypten. Der ägyptische Zauberer Dedi (um 2700 v. Chr.) enthauptete zeitgenössischen Berichten zufolge in einer Vorstellung zwei Vögel und
einen Ochsen und setzte ihnen die Köpfe wieder auf. Andere Zauberer aus Ägypten beherrschten den Trick mit der Schale und den Kugeln. Dabei scheinen kleine Kugeln
zwischen umgedrehten Schalen hin und her zu wandern. Zum Schluss werden sie in größere Kugeln oder in noch unglaublichere Dinge wie Orangen oder lebendige Küken
verwandelt.
Durch Fingerkunststücke mit Münzen, Würfeln und später mit Spielkarten machten die Zauberer des Mittelalters ihre Vorstellungen abwechslungsreicher. In Schänken und
auf Marktplätzen zerschnitten sie Schnüre, die danach wieder unversehrt waren, und stießen sich einen Dolch in den Arm, ohne sich zu verletzen. In China, wo die
Zauberkunst seit Jahrhunderten praktiziert wird, gibt es auch heute noch Magier, die selten ihresgleichen finden.

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BERÜHMTE ZAUBERER

Der am häufigsten nachgeahmte Zauberer des 18. Jahrhunderts war der Italiener Giuseppe Pinetti. Zu seinem Repertoire gehörten Automaten (d. h. Maschinen, die von
alleine funktionierten), Hellseherei und einige neue Tricks mit Geräten.
John Henry Anderson, ein britischer Zauberer des 19. Jahrhunderts, den man Wizard of the North (Zauberer des Nordens) nannte, war ein hervorragender Selbstdarsteller.
Zu seinen Werbeaktionen zählten aufwendige Straßenparaden, auffallende Plakate und auf die Straßen gemalte Bilder. Seine Tricks hatten häufig mit aktuellen Nachrichten
zu tun. Außerdem entlarvte er oft Menschen, die vorgaben, übernatürliche Kräfte zu besitzen.
Zur gleichen Zeit lebte der Franzose Jean Houdin, ein Uhrmacher, der im Alter von 40 Jahren die Zauberei zu seinem Beruf machte und die Kunst der Magie mit seinen
komplizierten Bühnenmechanismen und seiner effektvollen Darbietung revolutionierte, in der er als erster Elektrizität als Hilfsmittel einsetzte. In seinen Lehrbüchern wurde
die Zauberei auch zum ersten Mal wissenschaftlich behandelt.
Ein weiterer französischer Zauberer des 19. Jahrhunderts, der neue Techniken entwickelte, war Joseph Buatier, bekannt als Buatier De Kolta. Zwei seiner herausragenden
Erfindungen waren der Trick mit dem Vogelkäfig, bei dem ein lebendiger Kanarienvogel samt Metallkäfig auf eine Fingerbewegung hin verschwand, sowie der sich
ausdehnende Würfel, bei dem ein 20 Zentimeter großer Würfel plötzlich um das 20fache anwuchs, sich dann erhob und eine sitzende Frau zum Vorschein brachte.
Die gängige Vorstellung, ein Zauberer sei ein schlanker Mann mit Schnurrbart, Spitzbart und satanischer Ausstrahlung, begann wahrscheinlich mit der Hermann-Familie,
denn auf ihre berühmten Zauberer traf die Beschreibung genau zu. Der in Wien (Österreich) geborene Carl Hermann wurde in Europa und Amerika bejubelt. Auch sein
jüngerer Bruder, der amerikanische Zauberer Alexander Hermann oder Hermann der Große, und sein Neffe Leon Hermann gingen in Amerika und anderen Ländern auf lange
Tourneen.
John Maskelyne und sein Partner David Devant, die besten britischen Zauberer um 1900, verpackten ihre Darbietungen in Späße und kleine Stücke. Ihr Londoner Theater
war weltberühmt. Der amerikanische Zauberer Harry Kellar bereiste die ganze Welt mit seiner Show, in der Fingerkunststücke, Illusionen und die Wiederholung von
Kunststücken angeblicher Medien vorkamen. Als er sich 1908 zur Ruhe setzte, war er der bekannteste Zauberer Amerikas. Sein Nachfolger, der Amerikaner Howard
Thurston, trat 28 Jahre lang überall in den USA auf. In seinen Vorstellungen gab er spektakuläre Darbietungen, wie ein verschwindendes Auto, den indischen Seiltrick und
Levitation (freies Schweben). Die Tradition führten Harry August Jansen, unter dem Künstlernamen Dante, und Harry Blackstone fort.
Der amerikanische Zauberer Harry Houdini wurde weltberühmt durch seine sensationellen Entfesselungstricks aus Handschellen, Zwangsjacken und Gefängniszellen. Er
sprang häufig in Fesseln von Brücken und befreite sich unter Wasser. In den Jahren vor seinem Tod 1926 führte er eine schonungslose Kampagne gegen betrügerische
geistige Medien. Durch sein großes Wissen über Täuschungstechniken konnte er ihre Methoden durchschauen.
Eine der größten Publikumsattraktionen in der Geschichte der Zauberei war das Kunststück, in dem eine Frau scheinbar in zwei Hälften zersägt wurde. Bei der ersten
Aufführung dieses Tricks in London 1921 schnitt der britische Zauberer Percy Tibbles, mit Künstlernamen P. T. Selbit, durch eine Truhe, in der sich seine Assistentin befand.
Sie stieg unverletzt aus. Einige Monate später bot Hyman Goldstein, der unter dem Künstlernamen Horace Goldin arbeitete, in New York (USA) eine noch erstaunlichere
Variation dieses Tricks. Hände, Kopf und Füße seiner Assistentin waren während der gesamten Zeit deutlich sichtbar. Später führte Goldin die Anwendung einer Motorsäge
ein.
In den fünfziger Jahren konnten die Zauberer durch das Fernsehen mehr Zuschauer erreichen als je zuvor. Unter den führenden Zauberern, die Fernsehauftritte gaben,
waren der indische Illusionist P. C. Sorcar, der Brite Richard Pitchford, dessen pantomimische Fingerkunststücke oft kopiert wurden, der britische Magier David Nixon, der
lange eine Fernsehserie machte, der Amerikaner Milbourne Christopher, der im Fernsehen einen Elefanten verschwinden und eine Assistentin schweben ließ, sowie Mark

Wilson, der einmal in der Woche seine eigene Fernsehsendung hatte.
In den siebziger Jahren kam das Interesse an Zauberei wieder neu auf. Die deutschen Zauberer Siegfried Fischbacher und Uwe Horn (bekannt als Siegfried und Roy), die
sich darauf spezialisiert hatten, seltene weiße Tiger und andere Großtiere verschwinden zu lassen, traten jahrelang in umjubelten Shows in Las Vegas (Nevada, USA) auf.
Doug Hanning, ein kanadischer Zauberer, und der Amerikaner David Kotkin, der sich den Namen David Copperfield gab, entwickelten bei ihren Auftritten in Film- und
Bühnenmusicals sowie im Fernsehen bemerkenswerte theatralische Fähigkeiten. Damit änderte die traditionelle Zauberei im Gefolge der aus den elektronischen Medien
allgegenwärtigen Simulations- und Spezialeffekttechniken, die vom Publikum mittlerweile erwartet werden, ihr Gesicht. Vor allem die spektakulären Shows von Copperfield,
in denen etwa ein ganzer Eisenbahnwaggon verschwindet, sind ohne den massiven Einsatz aufwendiger Bühnentechnik wie auch hoch technisierter Hilfsmittel kaum noch
denkbar.
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